Bevor im Jahr 1930 zum ersten Mal hochoffiziell ein Weltmeister ausgespielt werden konnte, hatte es bereits einige Anläufe für ein Weltturnier gegeben. Erste Ideen sind aus dem Jahr 1904, dem Gründungsjahr der FIFA, überliefert. Dass sich in den folgenden Jahren noch keine Veranstaltung organisieren ließ, die den Titel Weltmeisterschaft wirklich verdient gehabt hätte, lag im wesentlichen daran, dass die Europäer in der FIFA zunächst unter sich waren. So dauerte es zum Beispiel bis zum Jahr 1910, bis mit Südafrika das erste außereuropäische FIFA-Mitglied hinzukam. Ganz abgesehen von den südamerikanischen Verbänden, die erst ab 1912 nach und nach hinzustießen.

1908, 1912 und 1920 fanden im Rahmen der Olympischen Spiele bereits Turniere von Nationalmannschaften statt. Allerdings ausschließlich mit europäischen Teilnehmern und noch nicht unter der Regie der FIFA. Beides änderte sich dann beim Olympischen Fußballturnier des Jahres 1924. Hier war die FIFA erstmals offiziell der Veranstalter, es wurde nach FIFA-Regeln gespielt, und mit Uruquay, Ägypten und den USA waren erstmals auch außereuropäische Teams dabei. Obwohl die Turniersieger aus Uruguay sich 1924 nach dem gewonnenen Endspiel wie die Weltmeister freuten, konnte von einem WM-Titel nach heutigem Verständnis aber noch nicht die Rede sein. Die FIFA hatte nämlich im Vorfeld akzeptieren müssen, dass damals bei Olympischen Spielen nur Amateure an den Start gehen durften, und deshalb konnte sie dieses Turnier nur als "Weltmeisterschaft der Amateure" anerkennen. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, der auch vier Jahre später beim ebenfalls von Uruguay gewonnenen Olympia-Turnier noch zu berücksichtigen war. Was angesichts der Tatsache, dass die besten Spieler der führenden Fußballnationen damals bereits mit dem Kicken Geld verdienten, jedoch kein befriedigender Zustand war. Die FIFA entschied deshalb, 1930 ein eigenständiges WM-Turnier zu veranstalten, bei dem auch Profi-Fußballer auflaufen durften. Letzteres war übrigens für die damals starr am Amateurstatus festhaltenden britischen Verbände noch nicht akzeptabel. Einen Weg aus ihrer "splendid isolation" fanden sie erst 1950.